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Getreide in der entzündungshemmenden Ernährung

    Ihr wollt Euch entzündungsarm ernähren und fürchtet, nun komplett auf leckeres Brot und krosse Brötchen verzichten zu müssen? Nun ja, weniger von den klassischen deutschen Backwaren ist sicher keine schlechte Idee, aber: Schaut wie Ihr es individuell vertragt und verzichtet so weit wie möglich hoch verarbeiteten Weizen, vor allem als weißes Auszugsmehl. Egal welches Mehl Ihr verwendet: Achtet auf Bio-Qualität, am besten von einem der zertifizierten Anbauverbände. Aber schauen wir uns die Getreide mal ein einzelnen an:

    Unser beliebtestes Getreide: Weizen

    Weizen ist eine der am häufigsten verwendeten Getreidearten und quasi allgegenwärtig, leider wird der hochgezüchtete Weizen mit entzündlichen Prozessen im Körper in Verbindung gebracht. Es gibt einige Studien die darauf hindeuten, dass der Verzehr von Weizen, insbesondere von verarbeitetem Weizen, die Entzündung im Körper erhöhen kann. Dies kann unter Umständen auf den hohen Gehalt an Gluten zurückzuführen sein, ein Protein, das für einige Menschen schwer verdaulich ist und das zu Entzündungen im Darm führen kann.

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    Es ist daher ratsam, den Verzehr von verarbeitetem Weizen und anderen glutenhaltigen Lebensmitteln zu begrenzen und stattdessen andere, alte Getreidesorten und glutenfreie Pseudogetreide zu bevorzugen, da diese in der Regel mehr Nährstoffe und weniger Entzündungsauslöser enthalten. Generell enthalten Vollkornprodukte mehr Nährstoffe und Ballaststoffe als verarbeitete Getreideprodukte und können dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu verringern.

    Welche Alternativen zu Weizen gibt es?

    Alte Getreidesorten, die weniger hochgezüchtet sind

    Dinkel und Emmer sind beides Arten von Weizen, die jedoch aufgrund ihrer Herkunft und Zusammensetzung etwas anders sind als herkömmlicher Weizen.

    Dinkel ist grundsätzlich eine alte Sorte von Weizen, die weniger verarbeitet wird als moderner Weizen und daher mehr Nährstoffe enthält. Es hat einen höheren Gehalt an Proteinen, Ballaststoffen und Antioxidantien als herkömmlicher Weizen und kann daher in manchen Fällen besser verträglich sein. Allerdings enthält Dinkel immer noch Gluten, was für manche Menschen schwer verdaulich sein kann. Dazu kommt, dass Dinkel in den letzten Jahren einen enormen Boom erlebt hat und dadurch auch immer hochgezüchteter wird.

    Emmer ist eine weitere alte Sorte von Weizen, die auch weniger verarbeitet wird als moderner Weizen. Es hat einen höheren Gehalt an Proteinen, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien als herkömmlicher Weizen und kann daher in manchen Fällen besser verträglich sein. Emmer enthält auch Gluten, aber es ist anders strukturiert als Gluten in modernem Weizen und kann daher für manche Menschen leichter zu verdauen sein.

    Roggen ist ebenfalls eine Getreideart, die häufig als Brotgetreide verwendet wird. Es enthält Gluten, aber es hat eine andere Art von Gluten als Weizen und kann daher für manche Menschen leichter verdaulich sein. Auch die Verarbeitung macht einen wesentlichen Unterschied. Traditionelle Backverfahren, die eine lange Gehzeit haben, also die Verwendung von Sauerteig und der Verzicht auf weitere Backbeschleuniger wirken sich hier wohl positiv aus. Mehr dazu weiter unten.

    Handwerklich hergestelltes Roggenbrot mit Sauerteig ist daher oft eine Alternative für Menschen empfohlen, die Weizen schlecht vertragen, aber (wie gesagt) enthält Roggen ebenfalls Gluten und ist dadurch für Menschen mit Zöliakie oder glutenempfindlichen Darm (NCGS) ungeeignet.

    Hört auf euren Körper: Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Dinkel, Emmer und Roggen und passt Euer Essverhalten entsprechend an.

    Glutenfreie Pseudogetreide

    Pseudogetreide sind pflanzliche Lebensmittel, die ähnlich wie Getreide verwendet werden, aber botanisch gesehen nicht zur Familie der Gräser gehören. Sie eigenen sich prima als glutenfreie Alternativen zu Getreide und passen gut zu einer entzündungshemmenden Ernährung. Einige Beispiele sind:

    • Hafer: Hafer ist reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien. Es kann dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu verringern und die Verdauung zu unterstützen.
    • Quinoa und Amaranth: Beides sind ebenfalls ein glutenfreies Pseudogetreide, das reich an Proteinen, Ballaststoffen und Antioxidantien ist. Es kann helfen, Entzündungen im Körper zu verringern und die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems zu unterstützen.
    • Reis: Reis, insbesondere brauner Reis, ist glutenfrei und reich an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Es kann dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu verringern und die Verdauung zu unterstützen.
    • Buchweizen : Auch Buchweizen ist glutenfrei und eine gute Quelle von Protein, Ballaststoffen und Antioxidantien. Es kann helfen, Entzündungen im Körper zu verringern und die Verdauung zu unterstützen.

    Warum ist Brot aus Sauerteig besser verträglich?

    Sauerteigbrot wird anders hergestellt als herkömmliches Brot, wodurch es für manche Menschen besser verträglich ist. Der Unterschied liegt in der Art der Gärung: Bei Sauerteigbrot wird ein natürlicher Sauerteig verwendet, während bei herkömmlichem Brot die Gärung meistens durch industriell hergestellte Hefe erreicht wird. Der natürliche Sauerteig enthält Milchsäurebakterien, die die glutenhaltigen Proteine im Teig vor der Backung teilweise umbauen und zersetzen. Außerdem Sauerteigbrot hat eine lange Reifzeit, idealerweise mindestens 24 Stunden, in der belastende Stoffe (Stichwort FODMAPs) abgebaut werden. Dieses Brot ist oft für Menschen mit Glutenunverträglichkeit oder Weizenallergie besser verträglich ist.

    Das Brot enthält immer noch Gluten, ist also für Menschen mit Zöliakie nicht geeignet. Wer jedoch an einer unspezifischen Unverträglichkeit leidet, kann einen Versuch mit hochwertigem Sauerteigbrot wagen.

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    Wichtiger Hinweis 
    Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise, die nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt wurden, er dient nicht der Selbstdiagnose oder -behandlung. Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer Ihren Arzt oder lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten.

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